Buttermilch Biscuits

Kürzlich habe ich mir seit etwa drei Jahren zum ersten Mal wieder Kochbücher gekauft, darunter auch ein Backbuch, nachdem ich festgestellt hatte, dass ich nur ein einziges Backbuch besitze.  Das Buch heisst The Grand Central Baking Book und ist sehr ansprechend und auch sehr informativ, sowohl was die Handhabung der einzelnen Zutaten angeht als auch die Verarbeitungsweise verschiedener Teigarten.  Zufällig besitze ich seit einer Woche zum ersten Mal auch noch eine Küchenmaschine, und diese Buttermilch Biscuits sind das erste, was ich damit produziert habe.

Ich stelle mich ja äussert selten blöd an, wenn’s um die englische Sprache geht, hab ich doch schliesslich ein Übersetzerdiplom. In diesem Fall scheint es eher ein Aussetzerdiplom zu sein, denn einen solchen hatte ich, als ich dieses Rezept machte. Denn während amerikanische Kekse cookies sind, sind britische Kekse biscuits. Da ich britisch orientiert bin, dachte ich mir nix dabei, als ich diese Biscuits machte, sondern war offen für eine Buttermilchvariante eines Kekses.

Und natürlich hab ich diese Biscuits auch wie Kekse verspeist. Bis mir Ewigkeiten später dann beim Lesen eines Buches ein Licht aufging, dass es sich hier keineswegs um Kekse handelt, sondern um einen tatsächlichen Biscuit, der eine herzhafte Beilage zu Frühstück, Lunch oder Dinner ist, meist in den Südstaaten der USA. Wäre mir dieses Licht früher aufgegangen, hätte ich die Biscuits natürlich als ebensolche zu einem Steak Dinner mit einer entsprechenden cremigen Sauce gemacht.

Da diese Biscuits mein erster Versuch waren, weiss ich natürlich nicht, wie die ‘normale’ Variante schmeckt. Den Geschmack dieser Buttermilch Biscuits würde ich als frisch bezeichnen, und durch die viele Butter, die man eindeutig herausschmeckt, sind sie auch sehr reichhaltig. Alles in allem finde ich sie ziemlich lecker und werde auf jeden Fall auch die normale Variante ausprobieren, dann natürlich standesgemäss mit dem ganzen Drumherum, das üblicherweise dazugehört.

Buttermilch Biscuits

670 g Mehl
2 EL Zucker
1 ½ TL Backpulver
1 TL Salz
¾ TL Natron
175 g kalte Butter
300 ml Buttermilch

Backofen auf 18o°C vorheizen.  Backblech mit Backpapier auslegen.

Mehl, Zucker, Backpulver, Salz und Natron in eine hohe Schüssel oder in die Rührschüssel einer Küchenmaschine geben und mixen. [Ich hatte das Natron in der Zutatenliste schlichtweg übersehen und daher nicht verwendet – das Ergebnis war trotzdem einwandfrei, wer also keins vorrätig hat, kann trotzdem gute Biscuits hinbekommen.]

Butter in 1,5 cm Stücke schneiden.  Mit den Händen oder dem Mixer die Butter unter die Trockenzutaten mischen, bis die Konsistenz rau ist.  Es sollten noch Butterstücke zu sehen sein, die etwa die Grösse eines 50 Cent Stücks haben.

In der Mitte der Mehlmischung eine Vertiefung machen und 250 ml Buttermilch hineingeben.  Behutsam einarbeiten, bis sich alles zu einem Teig bindet.  Der Teig bekommt eine eher grobe Konsistenz.  Die restliche Buttermilch so lange untermischen, bis das meiste Mehl in den Teig integriert ist.  Benutzt man einen Standmixer, wird der meiste Teig am Knethaken hängen, das ist völlig in Ordnung.  Den Knet-/Mixvorgang beenden, solange noch Butterstücke zu sehen sind.  Nimmt man den Teig aus der Rührschüssel, wird er eher 2 – 3 unordentlichen Klumpen ähneln, die etwas klebrig sind.  Sollte der Teig zu trocken aussehen, eventuell noch Buttermilch zufügen – immer nur esslöffelweise, dann 1 Mixerdrehung, testen.

Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und ein paar Mal durchkneten, bis er eine gut zusammenhaltende Masse bildet.  Mit einem Wellholz oder den Handballen sanft in eine längliche Form bringen, etwa 4 – 5 cm dick.  Wenn der Teig nicht besonders glatt aussieht, macht das nichts.

Biscuits mit einem Durchmesser von 6 cm ausstechen.  Übriggebliebenen Teig aufeinanderlegen und sanft wieder auf 4 – 5 cm Dicke in Form bringen, wieder Biscuits ausstechen.  Biscuits auf das vorbereitete Backblech legen und 25 – 30 Minuten backen.  Nach der Hälfte der Backzeit das Blech drehen.  Die Biscuits sollten wie goldfarben getoastet aussehen.  Sofort verzehren.

Noch eine Anmerkung zu “sofort verzehren”:  die Biscuits schmecken tatsächlich am allerbesten direkt aus dem Ofen.  Am nächsten Tag sind sie natürlich auch noch gut, allerdings erscheinen sie dann etwas trocken.  Ich habe meine am nächsten Tag in der Mikrowelle 4 Minuten erwärmt, das half, aber konnte dem Geschmack frisch aus dem Ofen nicht annähernd gerecht werden. Man müsste sie dann mit Butter bestreichen oder mit Sauce drauf verzehren.

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