Marmelade des Monats – Rhabarber & Vanille

Ja, zur Abwechslung mal keine ausgefallene Marmelade, sondern was ganz Bodenständiges. Letztens bin ich über den Stuttgarter Samstagsmarkt gehetzt und habe Rhabarber gesehen in einer tollen dunkelroten Farbe. Allerdings wusste ich, dass ich ihn aus Zeitmangel nicht verarbeiten können würde und habe deshalb ganz unglücklich davon abgelassen, welchen zu kaufen.

Diesen Samstag bin ich dann ganz früh auf den Markt und habe welchen ergattert. Normalerweise benutze ich nur frische Vanille in Form von ausgekratztem Vanillemark. Für diese Marmelade wollte ich allerdings einen deutlich erkennbaren Vanillegeschmack haben – d.h. mehr davon benutzen ohne die teuren Vanilleschoten en masse zuzugeben – und habe zum ersten Mal gemahlene Vanille einer Biomarke in einer grösseren Menge dafür verwendet.

Resultat – geschmackstechnisch genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Konsistenz etwas fester als ich es mir gewünscht hätte. Ich hatte noch versucht, während des Kochvorgangs mit dem Pürierstab die Konsistenz zu beeinflussen, aber das ging nicht, da die Masse schon zu sehr kochte. Was den Aufwand angeht, hab ich mich allerdings etwas verschätzt.  In meiner Eile, den Rhabarber schnell zu Marmelade machen zu wollen, hatte ich zum einen nicht bedacht (oder auch nur verdrängt…), dass das Schälen und Kleinwürfeln des Rhabarbers etwas dauert, und zum andern hatte ich auf der Gelierzucker Anleitung überlesen, dass harte Früchte etwa 3 Stunden im Zucker ziehen sollten. Ich hatte nur 1 Stunde Zeit, dadurch hat der Rhabarber wahrscheinlich nicht so viel Flüssigkeit gezogen wie in den vorgesehenen 3 Stunden. Ich nehme an, das hat dann auch die Konsistenz beeinflusst. Aber wie gesagt – es schmeckt super, daher tut das dem ganzen keinen Abbruch.

Rhabarber & Vanille Marmelade

600 g Rhabarber
200 g Gelierzucker 3:1
1.5 TL gemahlene Vanille

Rhabarber schälen und sehr klein würfeln. Mit 1.5 TL gemahlener Vanille und dem Gelierzucker nach Packungsanleitung in einem hohen Topf ziehen lassen (d.h. wenn möglich ca. 3 Stunden).

Masse zum Kochen bringen. Sobald alles richtig brodelt, beginnt die Kochzeit – 4 Minuten.

Marmelade in ausgekochte, saubere Gläser füllen und gut verschliessen.

Update Mai 2014: Eine enttäuschte Leserin schrieb mich an, sie habe diese Marmelade ausprobiert und es sei folgendes passiert: die Marmelade war grün und steinhart. Leider kann ich mir nicht wirklich vorstellen, was der Grund dafür war. Rhabarber nicht saftig genug? Zu lange gekocht? Was die grüne Farbe angeht, habe ich überhaupt keine Vorstellung, was das verursacht haben könnte. Rhabarber eventuell noch etwas zu unreif?

Sollte jemand wissen, was die Gründe für dieses Malheur sein könnten, würde ich mich über Tips im Kommentarfeld freuen!

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18 thoughts on “Marmelade des Monats – Rhabarber & Vanille

  1. Klassiker 😉
    Ich hab meine Rhabarbermarmelade auch immer mit echter Vanille gemacht. Am besten hat dazu meiner Meinung nach dann noch ein bisschen Thymian gepasst…

    • Uuuuh Thymian – das hört sich sehr gut an. Habe noch Rhabarber und werde das definitiv versuchen, das ist voll mein Ding 🙂 Danke für den Tip!

  2. Ach wie witzig, letzte Woche hab ich ein ganz ähnliches Rezept gepostet, nur die Menge der Zutaten war das Dreifache 🙂 Rhababer-Vanille-Marmelade ist (für mich) einfach die Beste Marmelade 🙂
    Viele Grüße!
    Julia

    • Habe mir grade deinen Post angeschaut – ich hatte eigentlich auch 3 Bund Rhabarber gekauft und wollte viel mehr von der Rhabarber-Vanille-Marmelade machen und dann noch Rhabarber-Erdbeer hinterherschieben, aber da ich in Zeitdruck war, hätte das niemals gereicht mit der ganzen Schälerei und Schnippelei! Wie ist denn deine Marmelade so von der Süsse bzw. Säure? Ich hatte extra 1:3 Gelierzucker damit’s nicht so süss wird und man noch was von der Säure schmeckt, das muss einfach sein – soll man ja schliesslich wissen, dass man Rhabarbermarmelade ist und nicht Zucker mit bisschen Rhabarber drin… Aber für meinen ganz persönlichen Geschmack hätt’s ruhig saurer sein dürfen.

      • Ja das stimmt! Das Schälen ist eine ganz schöne Arbeit, aber vielleicht sollte man es als “meditative Aufgabe” zur Entspannung ablegen, dann lässt es sich leichter ertragen 😉 Die Marmelade hat immer noch eine leichte Säure, das ist gut, weil ich eben genau das Gleiche wollte wie Du – das man noch was vom eigentlichen Rhabarber schmeckt. Außerdem reicht die Menge der Marmeladengläschchen mit dem 1:3 Zucker wieder für das ganze Jahr, da freu ich mich schon drauf!
        Liebe Grüße, Julia

    • Na, na, das unterstellen wir aber niemandem hier! 🙂 Meine Vermutung ist, dass der Rhabarber nicht ganz rot/reif war. Was anderes kann ich mir wirklich nicht vorstellen.

  3. Bin hier per Zufall hineingestolpert, weil ich Anregungen für’s Marmeladekochen gesucht habe … sehr schöne Rezepte!
    Aber was ist bitte 3:1 (oder so ähnlich) Gelierzucker? Hier bei uns (in der Ostschweiz) habe ich bisher nur gewöhnlichen Zucker und Gelierpulver, oder einen vorgemischten Gelierzucker gesehen, in den auf 1kg Zucker etwa 750 g bis 1kg Früchte gemischt werden. Bedeutet 3:1 das Gewichtsverhältnis von Früchten zu Zucker, also dreimal soviel Früchte wie Zucker?

    • Vielen Dank! 3:1 Zucker ist z.B. das hier http://www.mein-suedzucker.de/produkte/gelier-zucker-3plus1/

      Diese Gelierzucker gibt es 1:1 / 2:1 / 3:1 – der erste Teil ist der Fruchtanteil, der zweite der Zuckeranteil, also z.B. 500g Früchte : 500g Zucker / 1kg Früchte : 500g Zucker / 1.5kg Früchte : 500 g Zucker. Aber eben den speziellen Gelierzucker. Wie das mit normalem Zucker funktioniert, kann ich dir leider nicht sagen, weil ich den noch nie verwendet habe…

  4. Hallo,
    ich denke die grüne Farbe kommt vom sogenannten “weißen” Rhabarber, andersfarbig eben als die Sorte roter Rhabarber 😉

    • Ach. Ich wusste gar nicht, dass es weissen Rhabarber gibt *hüstel* Da muss ich wohl mein Küchenwissen etwas auf den neuesten Stand bringen…

      Vielen Dank für diese Info, Ines!

      • Auch erst letzten Sonntag von meinem Vater im Garten gelernt, als er mir von beiden Sorten Blätter für meine Marmelade mitgab 🙂
        Ich habe übrigens 1,5 kg Frucht und zwei Schoten auf 500 g Gelierzucker 1:3 gekocht – nach 8 Stunden eingezuckert… Flüssigkeit war jedenfalls genug da. Das Ergebnis weiß ich am Samstag, wenn das erste Glas für mein Brötchen geöffnet wird.

      • Och nö – schon wieder was, was ich nicht weiss! Du machst Blätter mit in die Marmelade rein? Also werden die mitgekocht? Ich komm mir hier grad wie der Küchenneuling vor 😉

      • OMG – da hatt ich wohl einen Idiotentag gestern, dass ich dachte du kochst die Blätter mit 😀

  5. Zum ersten Mal über diesen Blog gestolpert un mein erster Marmeladenversuch… Super lecker! 🙂 danke!!
    Bei mir ist sie aber tatsächlich auch etwas bräunlicher.
    Ich habe den Rhabarber nicht geschält, die Mischung 3 Stunden ziehen lassen, etwas Kardamom rein (Inhalt von 5 Schoten, gemahlen) und eher 7 Minuten kochen lassen als 4.
    Die Konsistenz ist perfekt 🙂
    Lieben Gruß

    • Hallo Hannah, herzlichen Dank für das nette Feedback! Mein Auge sprang erst auf das Wort Marmelade und ich dachte schon oh je. Ich glaube ich habe ein Trauma, weil Leute sich meistens melden, wenn was nicht geklappt hat 😀 Um so mehr freut es mich zu hören, dass bei dir alles gutging!
      Was die Farbe angeht, denke ich, dass das einfach auf die Rhabarberart ankommt. Kardamom hört sich sehr gut an, das kann mir richtig vorstellen, danke für den Tip.
      Dann lass dir die Marmelade schmecken!
      Schöne Grüsse,
      Kiki

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