Lavendel Apple Pie

Letzte Woche hatte ich Freunde zu einem amerikanischen Dinner eingeladen. Als Nachspeise gab’s Deep Dish Apple Pie. Das Rezept war aus einer amerikanischen Online Food Zeitschrift und hat mir leider gar nicht geschmeckt. Der Teig war Vollkorn, schwer zu verarbeiten, und hatte für mich persönlich was von Pappe.

Aufgeben wollte ich allerdings nach diesem ersten Versuch nicht gleich, und da ich noch Äpfel übrig hatte, hab ich’s heute nochmal versucht, und zwar mit einem anderen Rezept. Der Teig stammt aus meinem The Grand Central Baking Book Backbuch, die Füllung habe ich etwas modifiziert.

Lavendel Apple Pie 01

Der Füllung wollte ich Lavendelzucker beigeben, den ich Anfang des Jahres vorbereitet hatte, und zwar für etwas ganz anderes – einen Zucker Body Scrub. Da sollte noch Lavendelöl rein, aber ich hatte kein gutes gefunden und das Projekt dann irgendwie im Hinterkopf versanden lassen. Bis mir der Lavendelzucker dann beim Küche-Umräumen in die Hände fiel. Hergestellt war der Zucker ganz simpel: 150 g weissen Zucker mit etwa 2-3 EL getrockneten Lavendelblüten gut vermischen, in ein Weckglas geben und einfach stehen lassen, bis es ein paar Wochen später beim Öffnen des Glases richtig nach Lavendel duftet.

Bei der Teigherstellung hab ich mich bis auf ein kleines Detail haargenau ans Rezept gehalten. Mein Backbuch enthält nämlich genaueste Informationen, was das Zufügen jeder einzelnen Zutat bewirkt, wie die Temperatur sein muss usw. Ich hatte dem kalten Wasser allerdings keine Eiswürfel zugefügt, da ich nie welche im Gefrierschrank habe. Ansonsten hab ich mich an alles gehalten. Ich hab mir sogar ein Video angeschaut, wie man den Teigrand richtig schön crimpt.

Lavendel Apple Pie 02

Nichtsdestotrotz ist mein Teig nicht so geworden wie er hätte sollen. Sowohl auf den Bildern im Kochbuch als auch im Crimp-Video sieht der Teig sehr geschmeidig und formbar aus. Meiner war entweder zu dick ausgerollt, oder noch zu kalt bei der Verarbeitung, obwohl er das laut Backbuch sein sollte.

Dann muss ich wohl noch was ganz Blödes gemacht haben – den Messlöffel verdreht. Im Rezept sind 2 TL Salz angesagt. Schon beim Probieren des Teiges fiel mir der Salzgeschmack auf. Nach dem Backen war er nicht mehr so dominant, aber definitiv noch da. Wie konnte das denn passieren!? Meine einzige Erklärung ist, dass die eine Seite meines Messlöffels Teelöffel abmisst und die andere Seite Esslöffel. Diese Seite muss ich wohl unbewusst benutzt haben.

Lavendel Apple Pie 03

Als Riesenpanne kann man das trotzdem nicht bezeichnen, da ich sofort eine Idee hatte, wie ich dem Salzunfall gegensteuern könnte. Die Äpfel lagern eine Stunde in Zucker, um ihnen das Wasser zu entziehen. Dabei bleibt quasi ein Zuckersirup übrig, in meinem Fall Lavendelzuckersirup. Das hab ich dann abgegossen und zum einen den Pie vor dem Backen damit bestrichen und zum andern zum Pie dazu serviert, d.h. man kann sich dann am Kaffeetisch noch Lavendelzuckersirup über den Kuchen träufeln.

Gerettet. Aber diesen Teig werd ich auf jeden Fall nochmal machen, das muss doch richtig hinzukriegen sein! Sowohl die Teigzubereitung als auch das crimpen – von dem man bei meinem Pie nach dem Backen absolut gar nix mehr sieht – sind nur eine Sache der Übung.

Lavendel Apple Pie 04

Lavendel Apple Pie

  • Servings: 4-6
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Teig
625 g weisses Mehl
2 EL weisser Zucker
2 TL Salz
1 kalte Butter
80 ml sehr kaltes Wasser
1 EL frisch gepresster Zitronensaft

Füllung
150 g Lavendelzucker
4 grosse säuerliche Äpfel
125 g Rohrohrzucker
1 EL frisch gepresster Zitronensaft

Für den Teig kalte Zutaten verwenden, d.h. vor der Herstellung Mehl, Zucker und Salz mischen und für eine Weile in den Kühlschrank geben.

Butter in kleine Stücke schneiden, zu der Mehlmischung geben, mit den Fingerspitzen leicht einkneten, die Butter sollte noch als Stücke erkennbar sein. Das kalte Wasser mit dem Zitronensaft mischen und dem Teig beigeben. Alles sehr schnell mit den Fingerspitzen zusammenreiben, bis sich ein Teig formt. Die Butter darf nicht von den Händen erwärmt werden! Sobald die Mehlkonsistenz sich von seidig fein zu mehlig ändert, ist der Teig fertig. Ist der Teig an dieser Stelle schon warm, muss er für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank!

Den Teig in zwei Stücke teilen, das eine davon kühlen, während das andere verarbeitet wird. Beide Teile jeweils 3 mm dünn ausrollen, der Durchmesser soll etwa 2.5 cm grösser sein als die Pie Form [Ich habe eine 9″ / 22 cm Pie Form benutzt.] Die erste Scheibe in der Mitte zusammenfalten, in die Pieform geben, auseinanderfalten und sofort im Kühlschrank lagern. Mit der zweiten Scheibe genauso verfahren, auf ein Stück Backpapier geben und direkt auf die erste Scheibe in der Pie Form geben. Bis zum Gebrauch kühlen – mindestens 2 Stunden oder über Nacht.

Für die Füllung die Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Mit den zwei Zuckersorten sowie dem Zitronensaft gut vermengen und für 1 Stunde beiseitestellen.

Zur Fertigstellung den aus den gezuckerten Äpfeln entstandenen Saft abgiessen und auffangen. Teig aus dem Kühlschrank nehmen, die obere Scheibe beiseitelegen, die untere gut in die Form drücken – den Überhang dranlassen –  und den Boden mit einer Gabel einstechen. Die Äpfel auf den Teigboden geben, gut verteilen und die zweite Teigscheibe darüberlegen.

Backofen auf 190°C vorheizen. Die Teigüberhänge kürzen, so dass sie beide gleichlang sind. Dann die beiden Überhänge nach aussen bzw. unten einrollen, so dass sie mit der Pie Form abschliessen und den Rand crimpen [Tip: zu beidem am besten o.g. Video anschauen!]. 3 – 4 Luftschlitze in den Teigdeckel schneiden und mit dem beiseitegestellten Zuckersirup bestreichen.

Für 30 Minuten in den Backofen geben. Pie Form im Ofen rotieren, dann auf 180°C runterschalten und weitere 30 Minuten backen, bis die Teigkruste goldbraun ist und die Füllung blubbert.

Den Pie lauwarm oder kalt mit dem übrigen Zuckersirup servieren.

Lavendel Apple Pie 05

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2 thoughts on “Lavendel Apple Pie

  1. Ach du Liebe, das klingt ja nach Stress. Auf jeden Fall würde es welchen bei mir verursachen :-).
    Ansonsten sieht die Apple Pie ja super lecker aus und man würde gar nicht glauben das diese nicht so sein soll, wie sie ist.

    Gib nicht auf und lass dich nicht ärgern.

    Liebste Grüße,
    Edina.

    • Haha, danke liebe Edina! Es war gar kein Stress, wirklich! Und wie gesagt, das werd ich auf jeden Fall nochmal probieren – am besten nur mit einer kleinen Menge Teig, und daran werd ich auch das crimpen kraeftig ueben. Soll ja auch nach was aussehen 🙂

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