Ein {nicht ganz so} kleines Gemüse-Bonbon

Für unser Büro-Team organisiere ich gerade ein Dinner; jeder kann seine Restaurantvorschläge einreichen, und diesesmal fiel die Wahl auf etwas Exklusiveres. Ich sags mal so: meine Wahl wärs nicht gewesen. Ich war schon in sehr vielen Lokalen, die einen exquisiten schwäbischen Rostbraten servieren, und wenn ich dann sehe, dass unser gewähltes Restaurant mindestens den doppelten Preis dafür verlangt… ich glaub einfach nicht dran, dass der Rostbraten da auch doppelt so gut ist.

Wir müssen unser Essen natürlich nicht selbst bezahlen, aber irgendwie passt das trotzdem nicht für mich. Hinzu kommt noch, dass mich ausser dem Rostbraten und einem vegetarischen Gericht sonst nichts anspricht auf der Karte. Es ist mir irgendwie alles zu larifari und etepete. Sorry, das musste raus 😀 .

Vegetable Bonbons 01

Gibts auch was Gutes an dieser negativen Geschichte? Klar, sonst tät ichs euch nicht erzählen! Das oben erwähnte vegetarische Hauptgericht wird so beschrieben: Wirsing, Rote Bete, Apfel-Sellerie, Blauschimmelkäse-Bonbon. Das hat mich sofort inspiriert, es auszuprobieren – in meiner Küche, ohne dass ich weiss, was genau drin ist oder wie es schmeckt. Wieder mal so eine no risk, no fun Aktion.

Da Apfel-Sellerie mit Bindestrich geschrieben wurde, hörte sich das so an, als ob das eine Sellerieart sei, meine Recherche hat aber nichts dazu ergeben, daher habe ich Apfel und Sellerie genommen. In meinem Kopf sah das Ganze dann fast so aus wie ihr es auf den Fotos seht. Was nicht so ganz hingehauen hat, war die Grösse der “Bonbons”.

Vegetable Bonbons 03

Ich habe zwei Varianten gemacht – Phylloteig und Blätterteig. Eigentlich ist mir der Phylloteig lieber, aber ich habe schon geahnt, dass mich das Hantieren damit schnell annerven würde, und so wars dann auch. Allerdings war ich auch im Umgang mit dem Blätterteig nicht wirklich gut heute, so dass hier drei Riesen-Bonbons entstanden sind. War aber nicht schlimm, denn geschmeckt hats trotzdem. Und zwar ziemlich gut.

Ausser dem Wirsing und dem Käse hab ich alles fein gestiftelt und in (viel) Butter angedünstet, mit etwas Salz, Pfeffer und frischen Thymianblättchen gewürzt. Zum Füllgemüse kam nach dem Dünsten der kleingebröckelte (milde) Blauschimmelkäse dazu und alles zusammen wurde dann jeweils auf grosse Streifen (geölten) Phyllo- bzw. Blätterteig verteilt, eingerollt und an den Enden wie ein Bonbon zugedreht. Das kam für 30 Minuten bei 200°C in den Backofen, während der Wirsing erst in Butter angedünstet wurde, bis er etwas zusammengefallen war, dann in etwas Sahne weitergeköchelt, gewürzt mit wenig Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Die Gemüse-Bonbons wurden dann auf dem Wirsing angerichtet.

Vegetable Bonbons 02

Das alles hat sehr gut geschmeckt. Die Kombination der Gemüsesorten mit dem milden Blauschimmelkäse fand ich super, und der leicht sahnige Wirsing passte hervorragend dazu.

Das Einzige, was ich beim nächsten Mal anders machen würde, ist die Präsentation. Mehr Mühe geben mit dem Phylloteig, denn diese Variante hat mir besser geschmeckt; versuchen, die Bonbons kleiner zu machen und dennoch relativ viel Füllung reinzubekommen.

So, nun bin ich gespannt, wie dieses Gericht dann im Restaurant aussehen und schmecken wird..

Vegetable Bonbons 04

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